• Goran Basic / Keystone
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    Bessere Pflege in Luxuspflegeheimen? Bei den Senioren droht eine Zweiklassengesellschaft

    Das Bett mag in manchen Heimen bequemer sein als in anderen, doch die Pflegequalität sollte eigentlich überall gleich hoch sein. Goran Basic / Keystone

    In manchen Schweizer Pflegeheimen wird das hohe Alter zum Wohlfühlprogramm. Was darf es alles sein: Eine 100-Quadratmeter-Wohnung inklusive Terrasse mit Blick auf die Alpen? Mahlzeiten vom Gourmetkoch? Ein Spa-Bereich mit Schwimmbecken und Privatsauna? Günstig ist der Spass natürlich nicht. In Heimen der gehobenen Klasse kann die Rechnung für Unterkunft und Essen bis zu 20 000 Franken pro Monat betragen. Hinzu kommen noch Betreuungsleistungen, etwa das Begleiten auf einem Spaziergang oder zum Einkaufen. Kostenpunkt: 60 Franken pro Stunde oder mehr.

    Das ist ein Zitat der Seite von www.nzz.ch

  • Ständeratskommission winkt Ausbildungsoffensive in der Pflege durch
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    Ständeratskommission winkt Ausbildungsoffensive in der Pflege durch

    Die Ausbildung für die Pflegeberufe soll möglichst schnell starten. Die zuständige Ständeratskommission stimmte für eine erste Etappe der Umsetzung.

    Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerates (SGK-S) wolle rasch handeln, um dem Mangel an Pflegepersonal entgegenzuwirken. Dies teilten die Parlamentsdienste am Freitag mit. Die Vorlage des Bundesrats nimmt die Massnahmen des indirekten Gegenvorschlags zu der Initiative auf. Es handelt sich dabei um eine Kompromisslösung, die bereits im Parlament diskutiert wurde und damals breite Unterstützung fand. Die Kommission will das Inkrafttreten dieser ersten Etappe zur Umsetzung der Initiative nicht verzögern.

    Die Vorlage sieht vor, dass sich die Kantone finanziell an den Kosten der praktischen Ausbildung in den Gesundheitseinrichtungen beteiligen. Angehenden Pflegefachpersonen in Ausbildung sollen Ausbildungsbeiträge an einer höheren Fachschule (HF) oder an einer Fachhochschule (FH) Ausbildungsbeiträge gewährt werden. Auch sollen über Beiträge der Kantone und des Bundes die Anzahl Abschlüsse in Pflege an den HF und den FH zu erhöht werden. Darüber hinaus hat sich die Kommission ohne Gegenstimme dafür ausgesprochen, dass Pflegefachpersonen bestimmte Leistungen direkt ohne ärztliche Anordnung zulasten der Sozialversicherungen abrechnen können. Mit einem Kontrollmechanismus soll ein unerwünschter Anstieg der Gesundheitskosten verhindert werden. Auch den Gesamtkosten für den Bund, die für acht Jahre maximal 502 Millionen Franken betragen, hat die Kommission einstimmig zugestimmt. Die Vorlage ist damit beratungsreif für die Herbstsession.

    Die weiteren Punkte des neuen Verfassungsartikels wollen Bundesrat und Parlamentskommissionen in einer zweiten Etappe angehen. Dazu gehören bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege, die berufliche Weiterentwicklung und die bessere Abgeltung für Pflegeleistungen.

    Erste Vorschläge diskutiert der Bundesrat voraussichtlich im Herbst. Die Kantone, Betriebe und Sozialpartner im Gesundheitswesen seien im Übrigen aufgefordert, im Rahmen ihrer Zuständigkeiten selbst rasch Massnahmen umsetzen. Dies schrieb der Bundesrat Ende Mai.

    Das Stimmvolk hatte die Volksinitiative «Für eine starke Pflege (Pflegeinitiative)» am 28. November 2021 mit 61 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Damit waren seit 1893 nur sechs Initiativen erfolgreicher als die Vorlage.

    Das ist ein Zitat der Seite von www.nau.ch

  • «Das Telefon in die Hand zu nehmen, lohnt sich!»
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    Das Spital Zofingen unterstützt Pflegefachpersonen beim Wiedereinstieg

    Der Wiedereinstieg in den Pflegeberuf ist ein erfolgsversprechendes Modell, wie ein Fall am Spital Zofingen exemplarisch zeigt.

    In der Pflege herrscht bekanntlich schon seit Jahren ein zunehmender Fachkräftemangel. Das Spital Zofingen hat sich schon vor der Corona-Pandemie auf die Fahne geschrieben, den Wiedereinstieg von Pflegefachpersonen zu unterstützen. In jedem Fall hat sich der Einsatz für den Betrieb, aber auch für die Wiedereinsteigenden gelohnt. Eine der glücklichen Wiedereinsteigerinnen ist Sabine Ekatodramis.

    Sie ist heute 46 Jahre alt, verheiratet und Mutter von 13-jährigen Zwillingen. Mit 18 Jahren konnte sie nach dem Gymnasium endlich die Ausbildung zu ihrem Traumberuf als Pflegefachfrau absolvieren. Über sechs Jahre arbeitete sie nach der Diplomierung mit Herzblut in verschiedenen Bereichen der Pflege wie Intensivstation, Pflegeheim und Spitex in Vollzeit. In der Schwangerschaft gab sie die Berufstätigkeit auf und übernahm das Familienmanagement. Dabei wurde es ihr nie langweilig, trotzdem suchte sie nach acht Jahren Sehnsucht nach dem Pflegeberuf. Die Temporärfirma wollte sie damals wegen ihrer langen Auszeit nicht mehr anstellen.

    Vom Telefonanruf bis zur 50-Prozent-Wunschstelle

    Weitere sechs Jahre vergingen, bis sie in der Corona-bedingten Home-Office-Zeit ihres Ehemannes das Telefon in die Hand nahm und sich bei der Spital Zofingen AG nach Wiedereinstiegsmöglichkeiten erkundigte. Die Pflegedienstleitung zeigte sich offen: Nach einer Situationseinschätzung und Bedarfserhebung durch die Leiterin der Praxisentwicklung des Betriebes wurde Sabine Ekatodramis dann ein Vorschlag unterbreitet, wie ein Wiedereinstieg individuell angepasst gestaltet werden könnte. Sie konnte im September 2020 auf ihrer Wunschabteilung, der spezialisierten Palliativ-Abteilung des Spitals, mit einem 100-Prozent-Pensum über drei Monate, drei weiteren Monaten zu 80 Prozent und anschliessend mit dem von ihr gewünschten 50-Prozent-Pensum einsteigen.

    Unterstützung von einem zugeteilten «Gotti»

    «Zu meiner Berufszeit dokumentierten wir noch auf Papier. Die elektronische Patientendokumentation macht mir Angst, da ich zu Hause den Computer kaum nutze», sagte Sabine Ekatodramis bei der Bedarfserhebung mit Marianne Schärli, der Leiterin Praxisentwicklung. Die allgemeine Einführung in das Dokumentensystem (KISIM) am Einführungstag gab einen ersten Einblick, doch auf der Abteilung war schon der Weg über das Einloggen mit all den Logins eine Herausforderung.

    Einmal im KISIM angekommen, fokussiert auf klare Aufträge wie Blutdruck-, Fieber- und Pulswerte oder das Gesundheitsbefinden einer Patientin zu dokumentieren, erwies sich die E-Dokumentation bald als einfach, logisch und selbsterklärend. Die Bedienung des KISIM liess sich problemlos erlernen. Auf der Abteilung wurde sie vom ganzen Team und speziell von ihrem zugeteilten «Gotti» unterstützt, einer geduldigen und sehr kompetenten Pflegefachfrau, welche die Pflege vorzeigte, besprach und Fragen auch mehrmals geduldig beantwortete.

    Altes Wissen aufgefrischt

    Zudem kannte Marianne Schärli das neu entwickelte Wiedereinsteigerprogramm des Bildungszentrums Gesundheit Zentralschweiz (XUND), das aufgrund der nationalen Förderstrategie für die Zentralschweiz neu entwickelt worden war. Die XUND öffnete das Modul der Pflegetechniken zu einem fairen Preis auch für Sabine Ekatodramis aus dem Kanton Aargau, welcher noch kein Wiedereinsteiger-Programm hatte. Diese zwei Schultage haben Sabine Ekatodramis eine Wiederauffrischung des Wissens und Könnens im Umgang mit verschiedenen Kathetern, Blutentnahmen oder Trachealkanülen ermöglicht und Sicherheit gegeben. Heute ist sie sehr glücklich, dass sie den Mut hatte, diesen Weg zu gehen und dass sie wieder in der Pflege arbeiten darf. «Ich danke der Spital Zofingen AG, dass mir der Wiedereinstieg ermöglicht wurde und möchte andere Frauen und Männer ermuntern, ebenfalls das Telefon in die Hand zu nehmen. Es lohnt sich!», sagt sie.

    Das ist ein Zitat der Seite von www.aarauer-nachrichten.ch

  • Warum viele Spitex-Organisationen am Anschlag sind
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    Warum viele Spitex-Organisationen am Anschlag sind

    Spitex am Limit im Raum Beromünster

    Die Stimmung ist schlecht bei der Spitex MBS, die im Raum Beromünster im Kanton Luzern tätig ist. In den letzten zwei Jahren haben 29 Mitarbeiterinnen gekündigt. Eine davon ist Selina Bolliger. Die diplomierte Pflegefachfrau hat genug. Ende Monat hört sie auf. Zu gross sei die Arbeitsbelastung, zu schlecht die Führung der Spitex.

    Das habe viele bewogen, zu kündigen: «Das Team wurde fast komplett ausgewechselt. Wir haben das Vertrauen der Leitung nicht gespürt.» Zudem seien die Kompetenzen, wer was macht, nicht geregelt gewesen.

    Es seien Fehler passiert, gibt die Geschäftsleiterin der Spitex MBS, Daniela Hunziker zu. Das habe auch mit der Fusion zu tun, die die Spitex MBS hinter sich habe. Neben den beiden Luzerner Gemeinden Beromünster und Rickenbach sind auch die Gemeinden Büron und Schlierbach neu dabei.

    In dieser Zeit, als sich so vieles veränderte, sei der Austausch zwischen den Mitarbeiterinnen und der Spitexführung zu kurz gekommen. Für die Mitarbeiterinnen habe man nun eine neutrale Ombudsstelle geschaffen – der Führungscrew einen Coach an die Seite gestellt.

    Pflege zu Hause ist anspruchsvoller

    Dass dies reicht, bezweifelt Giuseppe Reo, Regionalsekretär der Unia Zentralschweiz: «Es braucht geregelte Arbeitsbedingungen im Sinne eines Gesamtarbeitsvertrags. Und es braucht eine starke Professionalisierung der Leitung und des Vorstands der Spitex». Er kenne wenige Spitex-Organisationen, die tadellos funktionieren, bilanziert er.

    Eine Fusion, wie es die Luzerner Spitex MBS erlebte, sei kein Einzelfall, sagt Marianne Pfister, Geschäftsführerin Spitex Schweiz. Die Spitex-Branche sei stark gewachsen: «Vor 25 Jahren kannte man noch die Gemeindeschwester, welche für die Pflege in einer Gemeinde zuständig war. Heute übernehmen dies Spitex-Organisationen. Sie sind inzwischen grosse Unternehmen. In urbanen Gebieten hat die Spitex über 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.»

    Die Coronapandemie sorgte zwar für eine höhere Belastung des Pflegepersonals. Aber sie ist nicht der Hauptgrund, weshalb viele Spitexorganisationen an den Anschlag kommen. Die Aufgaben haben sich in den letzten Jahren massiv verändert, wurden komplexer und anspruchsvoller.

    Devise «ambulant vor stationär» als Knacknuss

    Viele Spitäler haben die Devise «ambulant vor stationär». Sie schicken ihre Patientinnen und Patienten schneller nach Hause. Somit übernimmt die Spitex viele Aufgaben, die die Spitäler früher erledigten.

    Sie hätten das Leistungsangebot anpassen müssen, weil medizintechnisch zu Hause viel mehr möglich sei, sagt Marianne Pfister. «Wir können beispielsweise zu Hause Infusionen machen, bei kleinen Kindern eine Dialyse.»

    Spitex fordert mehr Geld

    Die zusätzlichen Aufgaben würden sich auch in den Zahlen widerspiegeln: Seit 2014 hätten sie schweizweit 57 Prozent mehr Klientinnen und Klienten. Das bedeute auch, dass sie bei der Spitex mehr Stunden leisten müssen. Diese seien um 50 Prozent gestiegen. Es brauche also mehr Personal und mehr Fachleute.

    Und genau da hakt es bei vielen Spitexorganisationen: Es gibt immer mehr zu tun, aber zu wenig Personal, und die Löhne sind tief. Die Geschäftsführerin der Spitex Schweiz hat deshalb eine klare Forderung an die Politik: «Wenn man bei den Spitälern ambulant vor stationär fordert, dann müssen die Leistungen, die wir zu Hause erbringen, auch genügend finanziert werden».

    Das ist ein Zitat der Seite von www.srf.ch

  • Roboter beginnt Praktikum im Pflegezentrum Embrach
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    Roboter beginnt Praktikum im Pflegezentrum Embrach

    «Guten Tag, mein Name ist Lio. Ich heisse Sie herzlich willkommen.» So begrüsst der neue Assistenzroboter die Besucher im KZU-Pflegezentrum Embrach.

    Assistenz mit künstlicher Intelligenz

    Das Kompetenzzentrum Pflege und Gesundheit (KZU) öffnet sich neuer Technologie und stellt den Assistenzroboter Lio vor. Wozu der neue Kollege fähig ist, zeigt er bei einem Besuch.

    Betritt man den Haupteingang des KZU, rollt einem ein etwas utopisches Geschöpf entgegen und stellt sich gleich selber vor: «Guten Tag, mein Name ist Lio. Ich heisse Sie herzlich willkommen im KZU.» Seit zehn Tagen ist der Assistenzroboter im Eingangsbereich tätig und begrüsst die Besucherinnen und Besucher des Pflegezentrums. Der Roboter fragt auf Hochdeutsch, ob er helfen kann und was der Gast wünsche. Fragt man Lio nach dem Weg zu den Arztpraxen oder dem Coiffeur, erklärt er alles und weist mit dem Greifarm die Richtung. Nach Wunsch führt er die Person auch gleich selber zum Ort. Wer über das Wetter Bescheid wissen will, dem gibt er die Temperatur und die Vorhersage des heutigen Tages an. Zur Unterhaltung erzählt Lio auch Witze und Kurzgeschichten. Ein Roboter, der einem auch ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Während der nächsten sechs Wochen wird Lio primär für die Besucher im Einsatz sein und die Empfangsdame in der Mittagspause vertreten.

    Das ist ein Zitat der Seite von www.zuonline.ch

  • In einem Pflegeheim in Brugg arbeiten Angehörige mit
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    In einem Pflegeheim in Brugg arbeiten Angehörige mit

    Im Brugger Pflegezentrum Süssbach hat sich eine neu gebildete Kerngruppe aus Angehörigen, die Bereichsleiterin Pflege und Betreuung und die Projektleiterin der Angehörigenarbeit zum Ziel gesetzt, die Pflegequalität und den Informationsaustausch zu verbessern.

    Der Umzug in ein Pflegeheim ist mit Emotionen verbunden. Davon ist die gesamte Familie betroffen, vor allem aber die Person, die zukünftig im Heim leben wird. Sie soll sich in der neuen Umgebung in erster Linie wohl und aufgehoben fühlen und gut betreut werden. Während es häufig gut klappt, gelingt es in manchen Fällen weniger: Die Bewohnerin ist unzufrieden, die Angehörigen sind frustriert und das Personal hilflos.

    Maja Coleva, Leiterin Pflege und Betreuung; Christine Roth, Projektleiterin der Angehörigenarbeit, und eine Gruppe Angehöriger wollen das ändern. Gemeinsam erarbeiten sie ein Konzept, um Familienmitglieder im Pflegezentrum Süssbach noch besser zu begleiten, den Informationsaustausch sicherzustellen, die Mitsprachemöglichkeit der Angehörigen zu klären, sowie Wünsche, Vorschläge, Lob, aber auch Beschwerden deponieren zu können.

    Angehörige sollen gleichwertige Partner werden

    Im April fand hierzu bereits ein erster Dialogabend mit rund hundert Personen statt. Zwölf davon kamen am Donnerstagabend erneut ins Pflegezentrum, um mehr über die geplante Angehörigenarbeit zu erfahren. Direktor Hanspeter Müller betonte bei seiner Begrüssung, dass sich das Personal des Pflegezentrums nun gemeinsam mit den Angehörigen auf den Weg machen wird, um die Betreuung, sowie den Informationsaustausch im Süssbach zu verbessern. Angehörige sollen zu gleichwertigen Partnern werden.

    Maja Coleva erklärt, dass die Arbeit wert- und anspruchsvoll werden wird, verspricht einen Kulturwandel, betont aber auch, dass es dafür viel Geduld und Zeit aller Beteiligten braucht. Christine Roth informiert als Projektleiterin der Angehörigenarbeit über die Arbeitsweise und Ziele der Kerngruppe. Sie und Coleva wissen, wie wichtig zufriedene Bewohner und zufriedene Angehörige sind – aber auch zufriedenes Personal.

    Zehn Angehörige sind bereit, in der Kerngruppe mitzuarbeiten

    Wenn alle Beteiligten bereit dazu sind, sich auf den anderen einzulassen und zusammenpassen zu wollen, verändert sich etwas. So wie bei einem Puzzle, bei dem sich ein Teil an ein anderes fügt und daraus letzten Endes ein grosses, stimmiges Bild entsteht, das Freude macht.

    Nach einer kurzen Pause wird es konkret. Die Vorstellungsrunde beginnt. Auf Pinnwand-Wolken notieren alle ihre bisherigen Erfahrungen mit dem Pflegezentrum und ihre persönliche Motivation, sich zukünftig in der Angehörigenarbeit zu engagieren. Berührende, gar ergreifende Geschichten werden erzählt.

    Das Ergebnis nach dieser Runde ist beeindruckend: Zehn Angehörige erklären sich dazu bereit, in einer Kerngruppe weiterzuarbeiten. Dafür werden sie sich im August, September und Oktober treffen. Christine Roth konkretisiert die Termine und stattet alle mit Unterlagen aus.

    Monika Schneider, eine der Angehörigen, überreicht den Teilnehmern zum Abschluss ein «Danke». Sie verteilt Guetzli in Puzzle-Form, dazu das passende Förmchen und ein Grusskärtchen. Als die Gruppe nach zweieinhalb Stunden den Raum verlässt, sind alle per «Du». Sie arbeiten nun gemeinsam daran, das Leben ihrer Familienangehörigen und aller anderen Bewohnenden im Pflegezentrum Süssbach zu verbessern.

    Das ist ein Zitat der Seite von www.argoviatoday.ch

  • Prognose: Personalmangel in Gesundheitswesen verschärft sich
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    Prognose: Personalmangel in Gesundheitswesen verschärft sich

    «Wenn die Pflege selbst zum Pflegefall wird.» Das ist der Titel einer Studie zur Situation im Gesundheitswesen. Sie prognostiziert, dass bis 2035 fast 1,8 Millionen Fachkräfte fehlen können.

    Das Wichtigste in Kürze

    Der Personalmangel im deutschen Gesundheitswesen wird sich nach einer Analyse der Unternehmensberatung PwC in den nächsten Jahren dramatisch verschärfen.

    Bis 2035 könnten fast 1,8 Millionen Fachkräfte fehlen, heisst es in dem am Freitag veröffentlichten Papier. Besonders betroffen sind demnach Kranken- und Altenpflege; in beiden Bereichen könnte mehr als ein Drittel des eigentlich benötigten Personals fehlen. Doch auch an Ärztinnen und Ärzte wird es laut PwC in grosser Zahl mangeln, sofern sich die Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen nicht verbesserten.

    Die Studie trägt den Untertitel: «Wenn die Pflege selbst zum Pflegefall wird.» Sollte die Prognose eintreffen, würde sich der schon jetzt bestehende Personalmangel im Gesundheitswesen innerhalb von wenig mehr als einem Jahrzehnt vervielfachen. «In Teilbereichen des deutschen Gesundheitswesens, etwa der Pflege, der Geburtshilfe und dem Rettungsdienst, sind auch früher schon Engpässe zu erwarten», schreiben die Autorinnen und Autoren. Die derzeitige Quote nicht besetzter Stellen im Gesundheitswesen wird von PwC auf 6,8 Prozent beziffert.

    Zu den Ursachen zählt laut Studie vor allem in der Pflege ein schlechtes Image des Berufs. Hinzu kämen der demografische Wandel und eine hohe Unzufriedenheit mit dem Job – nicht nur in der Pflege, sondern auch unter Medizinern. Folge ist demnach ein Trend zur Abwanderung in weniger belastende Tätigkeiten.

    «Aus unserer Sicht ist es eher fünf nach als fünf vor zwölf», sagte Michael Burkhart, Leiter des Bereichs Gesundheitswirtschaft. Die PwC-Berater plädieren insbesondere in der Pflege für bessere Bezahlung. Helfen könnte nach ihrer Einschätzung aber auch der vermehrte Einsatz digitaler Technologien, um die Arbeit im Gesundheitswesen zu erleichtern.

    Das ist ein Zitat der Seite von www.nau.ch

  • Wenn Eltern eine Pause vom Pflegen brauchen
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    Wenn Eltern eine Pause vom Pflegen brauchen

    Praviya und Mathursan beim Malen in der WG Kunterbunt auf der Breite in Schaffhausen. Im Hintergrund spielt Pascal. Bild: Melanie Duchene

    Erstmals konnten Eltern in Schaffhausen ihre pflegebedürftigen Kinder ein Wochenende lang in die Obhut von Pflegefachfrauen der Stiftung Joël Kinderspitex geben. Ein schlechtes Gewissen habe sie dabei gehabt, sagt eine Mutter. Aber die Erholung habe sie dringend gebraucht.

    Ein ganzes Wochenende ohne ihren Sohn Pascal. Das gibt es für Tabea Toupal und ihren Mann sonst eigentlich nicht. «Wir sind es nicht gewohnt, ihn wegzugeben», sagt Pascals Mutter. «Wir hatten ein schlechtes Gewissen. Ein schlechtes Gefühl.» Aber sie stiegen trotzdem ins Auto und fuhren von ihrem Heimatort Bellikon nach Schaffhausen. Denn hier bot die Kinderspitex vor ein paar Tagen erstmals ein Entlastungswochenende für Eltern an. Von Freitagabend bis Sonntagabend konnte das Paar sein Kind in die Obhut von Pflegefachfrauen geben – und sich erholen.

    Pascal ist 12 Jahre alt. Er ist Autist und hat eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). «Er ist ein Kleinkind in einem grossen Körper», sagt Toupal. Was andere als alltägliche, einfache Handlungen bezeichnen würden, laufe für die Familie etwas anders ab. Beispielsweise das Morgenritual: «Ich bin morgens etwa eineinhalb Stunden beschäftigt, bevor es für Pascal zur Sonderschule und für mich zur Arbeit geht.» Aufstehen, anziehen, Zähne putzen, essen – das braucht viel Zeit, denn Pascal lässt sich sehr schnell ablenken. «Man muss ihm immer hinterher», sagt seine Mutter liebevoll und lächelt. «Er ist einmalig. Ein Goldschatz.»

    Schwer sei es anfangs gewesen, einzugestehen, dass sie als Eltern bei der Betreuung ihres Kindes Hilfe brauchen. Aber das Leben der Familie sei nun einmal stressig. «Man muss als Mutter oder Vater eines Kindes mit Beeinträchtigung sehr behutsam sein», sagt Tabea Toupal. «Wir sind für die Betreuung nicht geschult.» Man wachse zwar mit jeder Aufgabe, die das familiäre Zusammenleben mit sich bringt. «Aber man darf ruhig Hilfe annehmen. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen von Stärke.»

    Durch Spenden möglich

    Bis Tabea Toupal an diesen Punkt kam, brauchte es Zeit. Zu Beginn wusste sie gar nicht, welche Angebote es für sie gibt – und welche Hilfe ihr zusteht. Wenn sie Pascal gerade nicht betreut, arbeitet sie im 80-Prozent-Pensum. Das sei neben der Betreuung eines Kindes mit speziellen Bedürfnissen viel. Aber finanziell würde es sonst nicht aufgehen, sagt sie.

    Ein Teil des Entlastungswochenendes wird über die Krankenkasse und die Invalidenversicherung abgerechnet, wie Evelyn Eichmann sagt. Sie ist stellvertretende Regionalleiterin Schaffhausen/Zürich/Zug bei der privaten Stiftung Joël Kinderspitex Schweiz, der grössten Kinderspitex des Landes. Eltern können einen Beitrag zahlen, der ihnen möglich ist. Vor allem aber erlauben Spenden das Entlastungswochenende – die WG Kunterbunt. Das Wochenende fand in den Räumlichkeiten des Internats der Schaffhauser Sonderschulen auf der Breite statt. Von volleingerichteten Zimmern inklusive Pflegebetten über Spielsachen und einen Garten gebe es dort alles, was man für die Betreuung der Kinder brauche, sagt Eichmann. Die Zusammenarbeit mit den Sonderschulen sei unkompliziert, das erste Entlastungswochenende in Schaffhausen sei absolut gelungen. Ziel ist, das Angebot weiterzuführen, hier und auch in anderen Regionen. «Vier bis sechs solche Wochenenden im Jahr wären schön.» Aber dafür braucht es weitere Spendengelder.

    Keine Zeit für Erholung

    Nutzen können das Angebot Eltern, deren Kinder von der Stiftung Joël Kinderspitex gepflegt werden. Das wären allein im Raum Schaffhausen Dutzende: mit körperlichen und geistigen Behinderungen, Entwicklungsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten, chronischen Krankheiten. Und der Bedarf sei da, sagt Eichmann. Das weiss sie aus vielen Gesprächen. «Viele Eltern sind erschöpft und kommen an ihre Grenzen.» Zum Erholen reicht es oft nicht.

    Gemischte Gefühle

    Vergangenes Wochenende betreuten die ausgebildeten Pflegefachfrauen in der WG Kunterbunt vier Kinder im Alter zwischen 5 und 16 Jahren. Die Pflegenden arbeiten im Dreischichtbetrieb. Wie viele es für ein solches Wochenende braucht, müsse jedes Mal aufs Neue beurteilt werden, sagt Eichmann, das sei abhängig von der Anzahl Kinder und deren Bedürfnissen. Dieses Wochenende sei gebastelt und gekocht worden, ausserdem haben die Pflegefachfrauen Brett- und Ballspiele mit den Kindern gespielt und kleine Ausflüge zu einem Tiergehege in der Nähe gemacht. Die Pflege – baden, Verbandswechsel, Vitalwertüberwachung, Medikamentenverabreichung – gehört auch dazu. Das Team sei mit gemischten Gefühlen ins Wochenende gestartet, aber mit sehr positiven Gefühlen wieder nach Hause gegangen. «Die Eltern haben uns sehr viel Vertrauen geschenkt. Sie hatten zwar ein schlechtes Gewissen, ihr Kind abzugeben, aber waren dankbar um die Erholung.»

    Das bestätigt Tabea Toupal. Mit ihrem Ehemann war sie wellnessen. «Es war erholsam. Wir haben das dringend gebraucht», sagt sie. «Es ist notwendig, dass man sich Erholung gönnt. Sonst bricht man irgendwann zusammen.» Zwar sei sie die erste Nacht ohne Pascal in der Nähe angespannt gewesen. Doch nach einem Telefonat am Samstag merkte sie: Es geht ihm gut, denn er wollte lieber spielen, als mit ihr telefonieren. «Er ist immer sehr ehrlich», sagt sie und lacht. Das Angebot des Entlastungswochenendes würde sie gern wieder in Anspruch nehmen. Ihre Seele, sagt sie, sei nun wieder mehr im Gleichgewicht. «Und mein Sohn hatte viel Spass.»

    Das ist ein Zitat der Seite von www.shn.ch

  • Pflege- und Betreuungsgesetz: Versorgungsplanung und Verordnung gehen in die Vernehmlassung
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    Pflege- und Betreuungsgesetz: Versorgungsplanung und Verordnung gehen in die Vernehmlassung

    Ab 2023 ist der Kanton für die Pflege und Betreuung der Menschen im Kanton Glarus zuständig • Foto: iStock

    Regierungsratssitzung 21. Juni 2022 • Der Regierungsrat verabschiedet die Versorgungsplanung gemäss Pflege- und Betreuungsgesetz und die Pflege- und Betreuungsverordnung zuhanden der Vernehmlassung. Das neue Pflege- und Betreuungsgesetz soll per 1. Januar 2023 in Kraft gesetzt werden. Die Landsgemeinde 2021 stimmte dem neuen Pflege- und Betreuungsgesetz (PBG) zu. Mit dem neuen Gesetz geht die Verantwortung für die Langzeitpflege von den Gemeinden auf den Kanton über. Dieser muss eine eine Planung für eine bedarfsgerechte und wohnortsnahe Versorgung mit Pflege- und Betreuungsleistungen erstellen und gestützt darauf die Angebote zu sichern. Zudem sollen die Aus- und Weiterbildung gefördert sowie Bezugspersonen und Freiwillige unterstützt werden. Die Gemeinden bleiben Eigentümerinnen ihrer Alters- und Pflegeheime. Das PBG ist formell per 1. Januar 2023 in Kraft zu setzen. Mit der Erhöhung der Kantonssteuern (Steuerfuss) um 5 Prozentpunkte per 2023 schuf die Landsgemeinde 2022 die finanzielle Grundlage dazu.

    Versorgungsplanung bleibt herausfordernd

    Bisher bestand nur eine kantonale Versorgungsplanung für die Behandlungen in Pflegeheimen gestützt auf das Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG). Basierend auf dieser Versorgungsplanung erliess der Regierungsrat die Pflegeheimliste. Diese legte die Anzahl der bewilligten Betten der einzelnen Alters- und Pflegeheime fest. Die neue Versorgungsplanung umfasst hingegen neben stationären auch ambulante und intermediäre Angebote sowie spezialisierte Leistungen wie Palliative Care, Kinderspitex, onkologische oder gerontopsychiatrische Angebote. Während im stationären Bereich ein leichter Rückgang erwartet wird, sieht die Versorgungsplanung bei den ambulanten Pflegeleistungen ein deutliches Wachstum voraus. Unternehmerisch löst dies grosse Herausforderungen aus.

    Umfangreiches Regelwerk

    Die Umsetzung des PBG erfordert den Erlass von verschiedenen Ausführungsbestimmungen. Eine Projektgruppe mit Vertretern des Kantons, der Gemeinden sowie der Verbände der ambulanten und stationären Leistungserbringer (Spitex-Kantonalverband, Curaviva-Insos Glarus) erarbeitete dazu einen Vorentwurf für eine Pflege- und Betreuungsverordnung (PBV). Die PBV regelt und konkretisiert dabei insbesondere:

    – Zuständigkeiten für den Vollzug und Einbindung der Leistungserbringer

    – Voraussetzungen für Betriebsbewilligungen

    – erforderliches Angebot und dessen Erreichbarkeit und Qualität

    – Zusammenarbeit unter den Leistungserbringern

    – Tarifgestaltung und Restfinanzierung

    – subsidiäre Massnahmen für ein aktives und selbstbestimmtes Leben von pflege- und betreuungsbedürftigen Personen zu Hause

    – Beiträge an Kurse der Grundpflege und Betreuung für Bezugspersonen

    – Beiträge für Bezugspersonen

    – Rechnungslegung

    Finanzielle Auswirkungen

    Mit dem Inkrafttreten des PBG übernimmt der Kanton ab dem Jahr 2023 die bisher von den Gemeinden bezahlten Beiträge an die Pflegerestkosten, ungedeckten Heimkosten und weitere Beiträge wie gemeinwirtschaftliche Leistungen im Umfang von 8,1 Millionen Franken pro Jahr (Durchschnitt 2016–2020). Aufgrund der demografischen Entwicklung und des Fachkräftemangels dürften diese Kosten in den nächsten Jahren weiter steigen. Diese Entwicklung ist im Integrierten Aufgaben- und Finanzplan (IAFP) berücksichtigt. Insgesamt ergeben sich damit erwartete Mehrkosten von rund 9 Millionen Franken ab 2023.

    Der Erlass der PBV liegt in der Kompetenz des Regierungsrates, über die Versorgungsplanung entscheidet der Landrat. Die Verordnung und die Versorgungsplanung gehen nun bis am 2. September 2022 in die Vernehmlassung. Die detaillierten Vernehmlassungsunterlagen stehen online zum Download bereit. Für interessierte Personen führt der Kanton am 5. Juli 2022 einen Informationsanlass durch, an welchem die beiden Geschäfte vorgestellt und erste Fragen beantwortet werden.

    Das ist ein Zitat der Seite von www.gl.ch

  • Pflege wehrt sich gegen «Verbesserung»
    Allgemein

    Pflege wehrt sich gegen «Verbesserung»

    Das Personal des Kantonsspitals Winterthur reichte Beschwerde gegen das neue Personalreglement ein.

    Der Zürcher Regierungsrat hat die umstrittenen Personalreglemente der kantonalen Spitäler genehmigt. Das Personal des KSW hat dagegen Beschwerde eingereicht – nicht aber jenes der IPW.Das Personal des Kantonsspitals Winterthur reichte Beschwerde gegen das neue Personalreglement ein.

    Das ist ein Zitat der Seite von www.landbote.ch