In einem Pflegeheim in Brugg arbeiten Angehörige mit
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In einem Pflegeheim in Brugg arbeiten Angehörige mit

Im Brugger Pflegezentrum Süssbach hat sich eine neu gebildete Kerngruppe aus Angehörigen, die Bereichsleiterin Pflege und Betreuung und die Projektleiterin der Angehörigenarbeit zum Ziel gesetzt, die Pflegequalität und den Informationsaustausch zu verbessern.

Der Umzug in ein Pflegeheim ist mit Emotionen verbunden. Davon ist die gesamte Familie betroffen, vor allem aber die Person, die zukünftig im Heim leben wird. Sie soll sich in der neuen Umgebung in erster Linie wohl und aufgehoben fühlen und gut betreut werden. Während es häufig gut klappt, gelingt es in manchen Fällen weniger: Die Bewohnerin ist unzufrieden, die Angehörigen sind frustriert und das Personal hilflos.

Maja Coleva, Leiterin Pflege und Betreuung; Christine Roth, Projektleiterin der Angehörigenarbeit, und eine Gruppe Angehöriger wollen das ändern. Gemeinsam erarbeiten sie ein Konzept, um Familienmitglieder im Pflegezentrum Süssbach noch besser zu begleiten, den Informationsaustausch sicherzustellen, die Mitsprachemöglichkeit der Angehörigen zu klären, sowie Wünsche, Vorschläge, Lob, aber auch Beschwerden deponieren zu können.

Angehörige sollen gleichwertige Partner werden

Im April fand hierzu bereits ein erster Dialogabend mit rund hundert Personen statt. Zwölf davon kamen am Donnerstagabend erneut ins Pflegezentrum, um mehr über die geplante Angehörigenarbeit zu erfahren. Direktor Hanspeter Müller betonte bei seiner Begrüssung, dass sich das Personal des Pflegezentrums nun gemeinsam mit den Angehörigen auf den Weg machen wird, um die Betreuung, sowie den Informationsaustausch im Süssbach zu verbessern. Angehörige sollen zu gleichwertigen Partnern werden.

Maja Coleva erklärt, dass die Arbeit wert- und anspruchsvoll werden wird, verspricht einen Kulturwandel, betont aber auch, dass es dafür viel Geduld und Zeit aller Beteiligten braucht. Christine Roth informiert als Projektleiterin der Angehörigenarbeit über die Arbeitsweise und Ziele der Kerngruppe. Sie und Coleva wissen, wie wichtig zufriedene Bewohner und zufriedene Angehörige sind – aber auch zufriedenes Personal.

Zehn Angehörige sind bereit, in der Kerngruppe mitzuarbeiten

Wenn alle Beteiligten bereit dazu sind, sich auf den anderen einzulassen und zusammenpassen zu wollen, verändert sich etwas. So wie bei einem Puzzle, bei dem sich ein Teil an ein anderes fügt und daraus letzten Endes ein grosses, stimmiges Bild entsteht, das Freude macht.

Nach einer kurzen Pause wird es konkret. Die Vorstellungsrunde beginnt. Auf Pinnwand-Wolken notieren alle ihre bisherigen Erfahrungen mit dem Pflegezentrum und ihre persönliche Motivation, sich zukünftig in der Angehörigenarbeit zu engagieren. Berührende, gar ergreifende Geschichten werden erzählt.

Das Ergebnis nach dieser Runde ist beeindruckend: Zehn Angehörige erklären sich dazu bereit, in einer Kerngruppe weiterzuarbeiten. Dafür werden sie sich im August, September und Oktober treffen. Christine Roth konkretisiert die Termine und stattet alle mit Unterlagen aus.

Monika Schneider, eine der Angehörigen, überreicht den Teilnehmern zum Abschluss ein «Danke». Sie verteilt Guetzli in Puzzle-Form, dazu das passende Förmchen und ein Grusskärtchen. Als die Gruppe nach zweieinhalb Stunden den Raum verlässt, sind alle per «Du». Sie arbeiten nun gemeinsam daran, das Leben ihrer Familienangehörigen und aller anderen Bewohnenden im Pflegezentrum Süssbach zu verbessern.

Das ist ein Zitat der Seite von www.argoviatoday.ch